|
Lange
Zeit schien es, als könne die Peterskirche dem Bombenhagel auf München
trotzen. Zwar
brannte schon im Frühjahr 1944 der Turm aus,
doch bis Weihnachten konnte noch Gottesdienst in der nur leicht
beschädigten Kirche gehalten werden. Auch bei der Vernichtung der
Altstadt um die Jahreswende 1944/45 hielt St. Peter noch leidlich
stand. Da brachte kurz vor Kriegsende eine Sprengbombe das Ende.
Trostlos, hoffnungslos war der Anblick des Trümmerhaufens:
Zerstört die Gewölbe, aufgerissen die Seitenwände.
Nach Kriegsende stellten sich die Fragen:Soll man, kann man die
Peterskirche wieder aufbauen inmitten der Trümmer,
die einmal München waren? |
|
Wir Heutigen
müssen den Mut und das Gottvertrauen unserer Vorfahren bewundern.
Zunächst liess der damalige Stadtpfarrer Stritter die
Ruinen sichern und vermied die geplante Sprengung. Er konnte noch
den Chor eindecken lassen, dann starb er.
Sein Nachfolger, der schon legendäre Prälat Zistl, wurde nun
zum unermüdlichen Motor des Wiederaufbaus: Die Peterskirche sollte
wieder so werden, wie sie den Münchnern ans Herz gewachsen war.
Das hiess Rekonstruktion und nicht ein irgendwie gearteter Neubau.
Der damalige Zeitgeist blies Zistl und seinen Helfern
kräftig ist Gesicht - doch die Unterstützung der Münchner
war
ihnen sicher. Der Wiederaufbau des Kirchturms, des "Alten Peter",
durch eine Bürgerinitiative im Jahre 1951 entschied
letztlich auch die Rekonstruktion der Kirche.
Was nun geleistet wurde, überstieg die Vorstellungen, vor allem
die Wiederaufrichtung des Hochaltars.
Staunen nur kann man über das technische und handwerkliche Können,
dem zur gleichen Zeit der Wiederaufbau der
Münchner Residenz entsprach.
Es war ein grosser Tag in der langen Geschichte von
St. Peter, als am 27. Juni 1954 Kardinal Wendel
mit der Weihe des Hochaltars die Kirche den Münchnern zurückgab.
Der Ausbau und die Restaurierung der vielen geretteten
Kunstwerke zog sich noch lange hin.
Stadtpfarrer Kuglstatter konnte seit 1983 das Werk
seines Vorgängers zu Ende führen. Durch die überwältigende
Grosszügigkeit der Spender aus München und von fernher durfte
man
im Jahre 2000 den Abschluss des Wiederaufbaus feiern.
Mit den wiederhergestellten Fresken am Gewölbe des Mittelschiffs
erstrahlt nun die Peterskirche wieder
in ihrer alten Pracht.
|
|